Weiterentwicklung EMAS – Verordnung (EU) Nr. 2017/1505


Infolge der Revision der Umweltmanagementsystemnorm ISO 14001:2015 hat die Europäische Kommission nunmehr auch Teile der EMAS-Verordnung (Anhänge I bis IV) überarbeitet, um die Kompatibilität der beiden Managementsysteme auch weiterhin sicherstellen zu können. So wurden im Interesse der Kohärenz unter anderem neue einschlägige Bestimmungen der ISO 14001:2015 in die Anhänge der EMAS Verordnung aufgenommen. Die geänderten Anhänge I bis III wurden am 29.08.2017 im Amtsblatt der Europäischen Union (ABl. Nr. L 222/1) veröffentlicht und sind kürzlich - zum 18.09.2017 - in Kraft getreten. Die Veröffentlichung des überarbeiteten Anhangs IV der EMAS-Verordnung, der die Anforderungen an die Umwelterklärung umfasst, steht derzeit noch aus und wird für Ende 2017/Anfang 2018 erwartet.

Infolge der Änderung der Anhänge I bis III der EMAS-Verordnung ergibt sich für EMAS-Organisationen bereits jetzt Handlungsbedarf. Als Stichtag für die Einbindung der neuen Anforderungen in das bestehende Umweltmanagementsystem wurde seitens der Europäischen Kommission der 14.09.2018 ausgewählt. Dieser gilt auch als Stichtag für die Umstellung von Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001:2004 auf die neue ISO 14001:2015.

Das bedeutet, dass sowohl Zertifizierungen nach ISO 14001:2004 als auch EMAS-Registrierungen, die sich auf die ISO 14001:2004 stützen, zum 14.09.2018 ihre Gültigkeit verlie-ren.

Demnach sind sowohl EMAS-Organisationen als auch Organisationen, die ein Umweltmanage-mentsystem nach ISO 14001:2004 betreiben, dazu angehalten, die neuen Anforderungen der EMAS-Verordnung bzw. der ISO 14001:2015 zeitnah in ihr bestehendes Umweltmanagementsystem zu integrieren.

Als Umsetzungshilfe für die Implementierung der neuen EMAS-Anforderungen in das bestehende Umweltmanagementsystem steht für EMAS-Organisationen derzeit lediglich die Broschüre „EMAS Novelle 2017 – Die Änderungen im Überblick“ (veröffentlicht am 20.10.2017) zur Verfügung, die vom Umweltgutachterausschuss in Kooperation mit dem Umweltbundesamt erstellt wurde. Daher sind EMAS-Organisationen, die frühzeitig mit der Umstellung des Umweltmanagementsystems beginnen wollen, derzeit verstärkt auf fachkundige Beratungsleistungen angewiesen.

Die wesentlichen Änderungen im Überblick (Anhänge I - III)

- Bestimmung des organisatorischen Kontextes

- Erfassung der interessierten Parteien und Bestimmung ihrer Erfordernisse und Erwartungen

- Betrachtung des Lebenswegs der Produkte und Dienstleistungen

- Bestimmung von Risiken und Chancen

- Stärkere Integration des Umweltmanagements in Führungsstrukturen und Geschäftsprozesse