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Aktuelles

Weihnachtsspende 2020

Unsere Spende geht in diesem Jahr an UNICEF - Wir unterstützen ein Projekt an der Elfenbeinküste

Bildungschancen durch Recycling - UNICEF baut Schulen aus Kunststoff-Abfall.

Stolz zeigen die beiden Jungen die Ziegel, aus denen ihr neues Schulgebäude besteht. Auf den ersten Blick sehen die Ziegel ganz normal aus – aber sie sind eine echte Innovation: Sie bestehen nicht aus Stein, sondern aus Plastik.

Zwei Millionen Kinder in der Elfenbeinküste haben nur schlechte Chancen auf Bildung. Es gibt bei weitem nicht genug Schulen, und die wenigen vorhandenen Klassenzimmer sind oft vollkommen überfüllt. Noch dazu hat die Elfenbeinküste ein Müllproblem und leidet unter einer extremen Umweltverschmutzung. Der viele Müll bedroht die Gesundheit der Kinder.

Zu viel Müll und zu wenig Bildung – aus beiden Problemen hat UNICEF jetzt ein innovatives Projekt gemacht: UNICEF wandelt Kunststoff-Abfälle in wertvolle Baumaterialien für Schulen um und ermöglichen Kindern so den Zugang zu Bildung in einer sauberen Umgebung.
Kaum Zukunftschancen für ivorische Kinder

Etwa die Hälfte der rund 24 Millionen Einwohner der Elfenbeinküste sind Kinder und Jugendliche. Doch nur ein Bruchteil von ihnen hat die Chance auf qualitativ hochwertige und langfristige Bildung. Das liegt zum einen an der vorherrschenden Armut des Landes: Fast die Hälfte der Familien kann es sich finanziell nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Zum anderen gibt es einfach nicht genügend Schulen im Land. Die Klassenzimmer sind mit bis zu 60 Schülern pro Klasse oft maßlos überfüllt und die Lehrer überfordert. "Wir arbeiten unter sehr schweren Bedingungen", erklärt ein Lehrer aus Abidjan die Situation. "Es ist, als würden wir die Kinder in einen Pferch sperren."

Elfenbeinküste: Ein Land versinkt im Müll

Da nur fünf Prozent der täglich anfallenden Abfälle in der Elfenbeinküste recycelt werden, steht das westafrikanische Land vor einem enormen Verschmutzungsproblem. Die Wirtschaftshauptstadt Abidjan zum Beispiel produziert jeden Tag 288 Tonnen Kunststoff-Abfälle – und die landen größtenteils auf Deponien in armen Stadtvierteln wie Gonzagueville. Dort verseuchen sie den Boden, die Luft und das Wasser – und können zu schweren, teils tödlich verlaufenden Krankheiten führen.

Plastikbausteine für Bildung: Hilfe für Kinder und Umweltschutz

Gemeinsam mit dem kolumbianischen Unternehmen "Conceptos Plásticos" hat UNICEF eine Technik entwickelt, um Ziegel aus allen Arten von Kunststoff (abgesehen von PVC) herzustellen. Abfälle werden somit zu langlebigen und sicheren Baumaterialien. Normalerweise dauert es mehrere Monate, eine Schule zu bauen. Mit den einfach zu montierenden Kunststoff-Ziegeln kann man innerhalb weniger Tage ein Klassenzimmer errichten. Die recycelten Materialien sind noch dazu deutlich günstiger. Und sie tragen mit zum Klimaschutz bei: Denn der Großteil des Plastiks würde sonst verbrannt werden – was wiederum Treibhausgase produzieren würde.

Mit Spenden konnte UNICEF in der Elfenbeinküste eine Fabrik errichten, in der die Kunststoff-Ziegel direkt vor Ort hergestellt werden. Dazu wird ein von Frauen geführter Recycling-Markt in der Elfenbeinküste geschaffen.

Langfristig soll damit die Lage in der Elfenbeinküste auf drei Ebenen verbessert werden:

  • Ökologisch: Durch Aufklärung über Umweltschutz, Müllentsorgung und Hygiene sowie das Recycling von Kunststoff möchte UNICEF eine sauberere Umwelt schaffen, in der Kinder gesünder leben, lernen und spielen können. UNICEF bekämpft so auch die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Atemwegsinfektionen, die durch unkontrollierte Müllberge und Abwasserkloaken entstehen können.
  • Sozial: UNICEF stärkt Mütter, die von Armut betroffen sind, durch die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten. Gleichzeitig werden Klassenzimmer gebaut, in denen mehr Kinder Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung haben.
  • Wirtschaftlich: In Zusammenarbeit mit Conceptos Plásticos hilft UNICEF, die Kunststoff-Abfälle der Elfenbeinküste zu sicheren, billigen und nachhaltigen Materialien umzuwandeln und einen funktionierenden Recyclingmarkt aufzubauen.