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Aktuelles

Neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

Neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel in Kraft

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert für den gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellten Zeitraum der epidemischen Lage von nationaler Tragweite die Anforderungen an den Arbeitsschutz in Hinblick auf SARS-CoV-2. Sie wurde von verschiedenen Arbeitsausschüssen entwickelt und trat am 10.08.2020 in Kraft.

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel enthält Konkretisierungen der Anforderungen der Verordnungen nach dem Arbeitsschutzgesetz. Bei Einhaltung dieser Konkretisierungen kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Anforderungen aus den Verordnungen erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

Seit dem 22.02.2021 gilt eine aktualisierte Fassung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel mit geänderten Vorgaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Sie erweitert die bereits bekannten Schutzmaßnahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und passt die Vorgaben für den Arbeitsschutz an.

Im Folgenden sind die wesentlichen Änderungen der aktualisierten Arbeitsschutzregel dargestellt:

Änderung der Mindestwerte für Trennwände

Mit der Abtrennung wird eine Trennung der Atembereiche zwischen Beschäftigten oder zwischen Beschäftigten und Kunden erzielt. Der obere Rand der Abtrennung darf nunmehr folgende Mindesthöhe über dem Fußboden nicht unterschreiten:

  • 1,50 m zwischen sitzenden Personen,
  • 1,80 m zwischen sitzenden und gegenüberstehenden Personen,
  • 2,00 m zwischen stehenden Personen.

Neu ist außerdem, dass bei der Bemessung der Breite der Abtrennung die Breite bzw. Tiefe der Bewegungsfläche der Beschäftigten zu berücksichtigen ist. Diese soll links und rechts um einen Sicherheitsaufschlag von 30 cm erweitert werden.

Erweiterte Schutzformel „AHA+L“

Anhand seiner Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen zum betrieblichen Infektionsschutz festlegen. Die Maßnahmen am Arbeitsplatz sollen sich an der „AHA+L-Regel“ orientieren. Diese beinhaltet die folgenden Punkte:

  • A = Abstand einhalten
  • H = Hygienemaßnahmen umsetzen
  • A = Alltagsmasken im Betrieb tragen
    +
  • L = Lüften im Betrieb

Hieraus lassen sich unter anderem folgende Maßnahmen ableiten:

  • Vermeidung von Personenkontakten im Unternehmen
  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,50 m
  • Installation geeigneter Abtrennungen
  • Infektionsschutzgerechtes Lüften am Arbeitsplatz
  • Betriebliche Vorgaben zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen

Lüftung am Arbeitsplatz

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel verweist im Hinblick auf das infektionsgerechte Lüften am Arbeitsplatz auf die ASR A3.6 „Lüftung“.

  • Erhöhte Luftqualität: Am Arbeitsplatz muss ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein. Die Qualität der Atemluft im Raum muss jetzt i. d. R. der Außenluftqualität entsprechen.
  • Qualitätsprüfung der Luft: Bisher sollten Arbeitgeber die Luftqualität der Raumluft mittels CO2-Messung überprüfen. Die Aerosolbelastung durch SARS-CoV-2 ist allerdings nicht durch direkt anzeigende Messgeräte möglich. Stattdessen soll der Arbeitgeber die Raumluftqualität mittels einfacher Messgeräte zur CO2-Konzentration beurteilen.
  • Lüftungsdauer beim Stoßlüften: Die Beschäftigten sollen am Arbeitsplatz, wenn möglich, Stoßlüften als Querlüftungen durchführen. Die Verantwortlichen müssen beim Festlegen der Lüftungsdauer in Zukunft die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur sowie den vorherrschenden Winddruck berücksichtigen. Im Sommer sollen 10 Minuten und im Winter 3 Minuten Lüftungsdauer nicht unterschritten werden.
  • Verschärfte Anforderungen an RLT-Anlagen: Wenn Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) bestimmte Bedingungen erfüllen, bergen diese nur ein geringes Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2. Diese Bedingungen wurden nunmehr in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel angepasst. Wenn die Anlagen diese Voraussetzungen nicht erfüllen können, ist ihr Übertragungsrisiko nur dann als gering einzuschätzen, wenn sie über geeignete Filter oder andere Einrichtungen verfügen, die eine mögliche Virenkonzentration aus der Umluft verringern. Ist es technisch nicht möglich, die RLT-Anlagen anzupassen, muss der Arbeitgeber im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung alternative Schutzmaßnahmen festlegen.
  • Neue Anforderungen für den Einsatz von Sekundärluftgeräten: Beim Einsatz von Sekundärluftgeräten (wie Ventilatoren), die lediglich die Raumluft umwälzen und den Räumen keine Außenluft zur Absenkung von Aerosolkonzentrationen zuführen, muss ein ausreichender Luftaustausch mit Außenluft sichergestellt sein. Da die luftstromlenkende Wirkung dieser Geräte virenbelastete Tröpfchen oder Aerosole unter Umständen zu anderen Personen leiten kann, ist vor Einsatz der Geräte in Räumen mit Mehrpersonenbelegung eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.