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Aktuelles

Betriebssicherheit

Neue Leiternorm ab 2018 – DIN EN 131

Zum 1. Januar 2018 ist die überarbeitete Leiternorm in Kraft getreten. Die Norm enthält neue Vorgaben, um die Standfestigkeit von Leitern zu erhöhen. Denn mangelnde Standsicherheit ist die häufigste Unfallursache beim Gebrauch von Leitern – laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) gehen fast 90 % aller Leiterunfälle darauf zurück.
Die neuen Richtlinien betreffen vor allem Unternehmen, die Anlege- und Mehrzweckleitern verwenden.
Wichtigste und für den Anwender sichtbare Änderung betrifft die Bauform von Anlegeleitern über 3,00 m Länge. Diese Leitern müssen in Zukunft mit einer Quertraverse am Fußende ausgerüstet werden, wie es z.B. bei zwei- und dreiteiligen Mehrzweckleitern schon immer der Fall war.
Bei mehrteiligen Leitern (Schiebe- und Seilzugleitern, 2- und 3-teilige Mehrzweckleitern) können die einzelnen Leiterteile (sofern > 3,00 m) nicht mehr getrennt verwendet werden
Weiter wird es zukünftig zwei Klassen von Leitern geben. Solche für den professionellen Anwender und solche für den privaten Anwender. Die Leitern werden durch entsprechende Piktogramme gekennzeichnet sein.
Ganz wichtig zu wissen ist, dass die aktuelle Version der EN 131 nur überarbeitet, nicht aber als „unsicher“ zurückgezogen wurde. Folglich ist eine Nachrüstung von Altbeständen nicht zwingend erforderlich. Es liegt letztendlich am gewerblichen Verwender und in seiner Verantwortung, sich gemäß § 3 der Betriebssicherheitsverordnung im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu vergewissern, ob die Sicherheit des Arbeitsmittels für die jeweilige Arbeitsaufgabe gewährleistet ist.
Die bei älteren Leitern gegebenenfalls fehlende Sicherheit ist durch ergänzende Schutzmaßnahmen (z. B. Traverse nachrüsten) je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung auszugleichen. Bei den zu treffenden Schutzmaßnahmen ist jeweils der Stand der Technik zu beachten.