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Aktuelles

Weihnachtsspende 2019

Unsere Spende geht auch in diesem Jahr wieder an die Welthungerhilfe

Wir unterstützen das Projekt "Permakultur gegen Hunger – durch neue Anbaumethoden Abwechslung in die Ernährung bringen“.

Die Distrikte Dedza und Mangochi liegen im Westen Malawis in unmittelbarer Nähe zum Malawisee. Verschiedene Untersuchungen weisen darauf hin, dass sie zu den am wenigsten entwickelten Regionen innerhalb des Landes gehören. 80 Prozent der Bevölkerung sind Kleinbauern, mit durchschnittlich 0,23 Hektar Ackerfläche pro Haushalt. In den vergangenen Jahren hat es hier schwere Dürren und Überschwemmungen gegeben, die ganze Ernten vernichteten. Eine Anpassungsstrategie an solche Klimaeffekte gibt es bisher nicht.

Hinzu kommt, dass die Entwaldung Malawis mit einer Jahresrate von 2,8 Prozent die höchste im südlichen Afrika ist.

Vielfalt in den Anbau bringen

Ein Großteil der Kleinbauern in den Distrikten Dedza und Mangochi baut ausschließlich Mais auf ihren Feldern an. Bei Dürre oder Überschwemmungen fällt ihre komplette Ernte aus.

Zusammen mit lokalen Partnern engagiert sich die Welthungerhilfe dafür, dieser Monokultur entgegenzuwirken. Einer der Partner ist die malawische Organisation Kusamala, die im kleinbäuerlichen Anbau auf Permakultur setzt. Dieses Konzept zielt auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen. Grundprinzip ist ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen. Hierbei werden lokale Pflanzen angebaut und die Felder und Gärten so behandelt, dass die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden. So wird beispielsweise Abwasser zur Bewässerung genutzt, selbsthergestellter Kompost als Dünger verwendet und Pflanzen nebeneinander gepflanzt, die voneinander profitieren.

Dass es sinnvoll ist, verschiedene Pflanzen nebeneinander anzupflanzen, ist den meisten Kleinbauern fremd. Aus den Dörfern in den Projektdistrikten werden deshalb seit Sommer 2017 einzelne Kleinbauern als Leadfarmer ausgebildet und Demonstrationsgärten angelegt.

Von den Erträgen der Gärten können die Leadfarmer ihre Familien ganzjährig mit Gemüse und Obst versorgen. Ihr Wissen zur Permakultur geben die Kleinbauern an die anderen Kleinbauern im Ort weiter. Insgesamt sollen 4.500 kleinbäuerliche Haushalte so für alternative Anbaumethoden sensibilisiert werden.

Jenifer Dokali ist eine der bereits ausgebildeten Leadfarmerinnen. Als die Region in den vergangenen Jahren von starken Dürren betroffen war, verrottete der Mais auf dem Feld der 42-Jährigen. „Es war schwer, meinen Kindern in dieser Zeit jeden Tag etwas zu Essen zuzubereiten.“

Eine Oase hinter dem Haus

Der Gemüsegarten hinter ihrem Haus ist ein erster Schritt, um solche Situationen zukünftig zu verhindern. Der Garten wirkt wie eine Oase. Kürbisblätter, Tomaten und Mais gedeihen hier in satten Farben. „Ich hätte nicht erwartet, dass hier überhaupt etwas wächst“, sagt sie und zeigt auf den sandigen Boden. Angelegt hat sie den Garten vor vier Monaten nach dem Konzept der Permakultur. „Ich lege meinen Garten so an, dass die einzelnen Pflanzen in einem Umfeld mit anderen Arten wachsen, mit denen sie in der Natur auch harmonieren.“ Zur Bewässerung nutzt sie das Abwasser aus dem Haushalt. Stroh auf dem Boden verhindert, dass das Wasser sofort wieder verdunstet. Statt Industriedünger zu verwenden, stellt sie Kompost aus den täglich anfallenden Abfällen her. „Früher musste ich das Gemüse auf dem Markt kaufen“, sagt Jenifer. Häufig reichte das Geld dafür nicht. Seitdem sie ihren Hausgarten hat, kann sie ihre Familie problemlos mit Gemüse versorgen.

Als Leadfarmerin gibt Jenifer das erlernte Wissen an 20 andere Kleinbauern aus dem Dorf weiter. „Immer, wenn ich etwas Neues anlege oder Kompost zubereite, hole ich die anderen Bauern zu mir in den Garten“, berichtet Jenifer. Alle seien sehr daran interessiert, von ihr zu lernen. „Manche haben bereits angefangen einen ähnlichen Garten anzulegen“.

Entwaldung stoppen

Der Wald ist eine Einkommensquelle für viele Kleinbauern. Sie sammeln Baobab, die Früchte des afrikanischen Affenbrotbaums, und verkaufen diese. In Zukunft möchten die Kleinbauern die Früchte zu Kosmetikpulver verarbeiten, vermarkten und vom Erlös profitieren. Das Pulver ist in der Kosmetikindustrie sehr gefragt. Mit Hilfe der Welthungerhilfe wird gerade ein sozialer Plan zur Vermarktung erarbeitet. Für die Lizensierung der Pulverherstellung sind hohe Auflagen einzuhalten. Das Geschäftsmodell kann nur funktionieren, wenn die Affenbrotbäume und die Bäume in unmittelbarer Nähe nicht als Feuerholz genutzt werden und keine landwirtschaftlichen Aktivitäten stattfinden (wegen eventueller Nutzung von Chemikalien), wie es bislang üblich ist. Damit es aber auch künftig genug Feuerholz zum Kochen gibt, sollen Energiewälder angelegt werden, in denen schnellwachsende Baumarten innerhalb von drei bis vier Jahren zu einem dichten Wald wachsen.

In Gesundheitsclubs fürs Leben lernen

Viele Mütter sind über Themen kindlicher Ernährung und Hygiene kaum informiert. Weniger als zehn Prozent der Haushalte kennen die wichtigsten Hygienemaßnahmen. In 25 Dörfern im Projektgebiet werden darum perspektivisch Gesundheitsclubs gegründet. Circa 9.000 Personen, hauptsächlich junge Frauen, werden dann über die vier Säulen der Hygiene sensibilisiert: sauberes Wasser, sauberes Essen, saubere Hände, saubere Toiletten. Die Leitung der Clubs übernehmen nach intensivem Training lokale Freiwillige aus der Dorfgemeinschaft.